Coaching-Fachbegriffe von A-Z
- Affektiv: Das Gefühl betreffend.
- Ambiguitätstoleranz: Fähigkeit, andere Sichtweisen zu akzeptieren sowie Mehrdeutigkeiten und Widersprüche in Situationen und Handlungsweisen zu ertragen, ohne sich unwohl zu fühlen oder aggressiv zu reagieren. Besonders bei Anpassungsprozessen an eine fremdkulturelle Situation kann fehlende Ambiguitätstoleranz zu Unwohlsein und Konfusionen führen.
- Autogenes Training: Von Johannes Heinrich Schulz aus der Hypnose (s.u.) entwickelte Methode der körperlichen und psychischen Selbstbeeinflussung, z.B. um Entspannungszustände gewollt herbeizuführen. Im Unterschied zur Hypnose ist für das autogene Training kein schlafähnlicher Zustand notwendig.
- Betriebsblindheit: Unangemessene Wahrnehmungs- und Beurteilungstendenzen, die oft durch Routine verursacht sind. Klassisches Merkmal der Betriebsblindheit ist die eingeschränkte Wahrnehmung betrieblicher Abläufe und Zusammenhänge.
- Beziehungsebene: Eine von vier Ebenen der Kommunikation nach Schulz von Thun. Neben dem Beziehungsaspekt in der Kommunikation finden sich Sachinhalt, Selbstoffenbarung und Appell. Auf der Beziehungsebene ist durch die Art der Kommunikation erkennbar, was Menschen voneinander halten. Im Beratungsprozess ist die Beziehungsebene von entscheidender Bedeutung, da gegenseitige Akzeptanz für die Beratungsbeziehung unumgänglich ist.
- Burnout: Syndrom, das den vollständigen und für die Betroffenen zunächst unerklärlichen Motivationsverlust beschreibt. Das "Ausbrennen" geschieht nicht schlagartig, sondern geht schleichend voran. Zentrale Faktoren bei der Entstehung von Burnout sind oft mit großem Ehrgeiz verfolgte Ziele und Bedürfnisse, die nicht oder nur mit großen Opfern erreicht werden können. Daraus können dann bei Nichterreichen der Ziele Verzweiflungsgefühle und bei Erreichen Erschöpfungszustände resultieren. Dies geht meist mit einem Rückzug aus dem gewohnten sozialen Umfeld einher. Das Endstadium des Burnout (Meltdown) ist durch chronische Hilflosigkeitsgefühle und Suizidgedanken geprägt.
- Change-Management: Systematische Planung, Steuerung und Kontrolle von Veränderungen in Organisationen. Neben formalen Aspekten der Planung berücksichtigen Change-Management-Prozesse zunehmend "weiche" Faktoren der Veränderung (Verbesserung interner Kommunikation, Umgang mit Widerständen, Erhalt der Motivation uvm.).
- Coachee: Ein analog zum Begriffspaar "Trainer – Trainee" entstandener Begriff, der die gecoachte Person bezeichnen soll. Dieser Begriff hat sich bisher nicht durchsetzen können, da er ein Beziehungsgefälle impliziert, in welchem ein aktiver Coach an dem Coachee eine Dienstleistung vollzieht. Diese Grundkonstellation widerspricht jedoch dem Grundgedanken des Coachings als interaktives Geschehen zwischen gleichberechtigten Parteien.
- Coaching: Sammelbegriff für individuelle Formen personenzentrierter Beratung und Betreuung auf der Prozessebene. Zielgruppe sind Personen mit Führungsverantwortung und/oder Managementaufgaben. Generelles Ziel ist immer die Verbesserung der Selbstregulationsfähigkeiten ("Hilfe zur Selbsthilfe") durch die Förderung von Selbstreflexion und -wahrnehmung, Bewusstsein und Verantwortung.. Coaching arbeitet mit transparenten Interventionen und erlaubt keine manipulativen Techniken, da ein derartiges Vorgehen der Förderung von Bewusstsein und Eigenverantwortung prinzipiell entgegenstehen würde.
- Coaching-Konzept: Beratungskonzept eines Coachs, das festlegt, welche Methoden und Techniken in der Beratung verwendet werden, wie diese Methoden eingesetzt werden, wie angestrebte Prozesse ablaufen können und welche Wirkzusammenhänge im Beratungsprozess zu berücksichtigen sind. Zudem gibt das Coaching-Konzept Auskunft über das ihm zugrundeliegende Menschenbild und grundsätzlich verfolgte Absichten und Ziele. Das Coaching-Konzept bildet somit das "Gerüst" für jegliche Maßnahmen des Beraters und sollte für den Klienten transparent sein und von ihm akzeptiert werden.
- Coaching-Prozess: Verlauf der gesamten Zusammenarbeit von Coach und Klient(en) von der Herstellung des ersten Kontakts bis zur Beendigung des Coachings. Der Coaching-Prozess kann sich je nach Auftrag über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis zu mehreren Jahren erstrecken.
- Coaching-Partnerschaft: Form des Coachings, in der sich zwei (gleichgestellte) Personen gegenseitig beraten. Dabei werden je nach Anliegen die Rollen von Klient und Coach getauscht.
- Coping: Bewältigungsstrategie, mit der Probleme, Herausforderungen, Belastungen usw. gelöst werden sollen. Mögliche Formen des Coping sind z.B. das Sammeln von Informationen über ein Problem, die genaue Vorbereitung auf eine kommende Herausforderung, das Erlernen von Entspannungstechniken, aber auch das Verdrängen von Belastungen. Generell sind die Bewältigungsstrategien sehr unterschiedlich und ihre Auswahl hängt von den persönlichen Lernerfahrungen des Individuums, seinem Umfeld, seiner Art der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung und zahlreichen weiteren Faktoren ab.
- Couching: Persiflage des Coaching-Begriffs in Anlehnung auf die Couch des Psychoanalytikers.
- Cyber-Coaching: s. Tele-Coaching.
- Echtheit: s. Kongruenz.
- E-Mail-Coaching: s. Tele-Coaching.
- Emotionale Intelligenz: Intelligenter Umgang mit den eigenen Gefühlen. Zeichen einer mit Intelligenz gepaarten Emotionalität sind der angemessene und wirksame Ausdruck der eigenen Gefühle und das relativ reibungslose, soziale Zusammenwirken von Menschen. Zentrale Fähigkeiten emotionaler Intelligenz sind das Erkennen der eigenen Emotionen, der Umgang mit den Emotionen, die Emotionen für Ziele einsetzen zu können, Empathie und der Umgang mit Beziehungen.
- Empathie: Fähigkeit, sich in das Denken und die Einstellungen anderer Menschen hineinzuversetzen, um dadurch die Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen des Gegenübers besser zu verstehen und richtig zu interpretieren.
- Einzel-Coaching: Coaching-Variante, bei der ein einzelner Klient gecoacht wird. Das populäre Einzel-Coaching wird (fälschlicherweise) oft gleichgesetzt mit dem Coaching eines Managers durch einen externen Berater. Einzel-Coaching kann aber auch durch interne Linien-Coachs und Vorgesetzte praktiziert werden.
- Erstgespräch: Erstes Kennenlernen von Coach und Klient(en), bei dem geklärt wird, ob und unter welchen Bedingungen ein Beratungsauftrag zustande kommen kann. Die gegenseitige Exploration steht im Erstgespräch als Ausgangspunkt für eine mögliche Vertrauensbasis im Vordergrund. Dabei sind die Erwartungen des Klienten und die Möglichkeiten des Coachs zu klären. Am Ende des Erstgesprächs wird das weitere Vorgehen festgelegt. Konnte keine gemeinsame Basis gefunden werden - und ist dies auch nicht mehr zu erwarten -, endet das Coaching nach dem Erstgespräch.
- Ethnorelativismus: Gegenteil von Ethnozentrismus. Bereitschaft, die eigenen Normen und Auffassungen zu hinterfragen und zu relativieren und die Normen und Auffassungen anderer Gruppen oder Gesellschaften zu akzeptieren und zu verstehen. Der Ethnorelativismus bildet die Basis für interkulturelle Lernprozesse und produktive interkulturelle Zusammenarbeit.
- Ethnozentrismus: Gegenteil von Ethnorelativismus. Haltung, die unreflektiert Normen und Auffassungen der eigenen Gruppe oder Gesellschaft auf andere Gruppen oder Gesellschaften überträgt. Für interkulturelle Lernprozesse ist es von Bedeutung, die Interagierenden aus einer Haltung des Ethnozentrismus in eine Haltung des Ethnorelativismus zu führen.
- Echtheit: Kongruenz
- Evaluation: Überprüfende Beurteilung und Bewertung durchgeführter Maßnahmen. Die wichtigsten Ziele der Evaluation sind die ständige Kontrolle der Zielerreichung (formative Evaluation/Prozessevaluation) und die Schaffung und Sammlung von Grundlagendaten zur Entscheidungshilfe (summative Evaluation).
- Existenzanalyse: s. Logotherapie.
- Expertenberatung: Inhaltliche Stellungnahme eines Beraters in Form eines konkreten Lösungsvorschlags für vom Klienten delegierte Aufgabenkomplexe (z.B. Entwicklung eines Abrechnungssystems).
- Feedback: Verhaltensnahe und konkrete Rückmeldung der Stärken und Schwächen einer Person. Durch die klärende Erläuterung, wie ein Verhalten nach außen wirkt, kann der Empfänger des Feedbacks die Konsequenzen seines Verhaltens besser einschätzen und verändern.
- Gesprächspsychotherapie: Von Carl Rogers gegen Ende der 40er Jahre begründete Form der Psychotherapie, die auf Echtheit, Wertschätzung und einfühlendem Verstehen beruht. Rogers vertrat die Ansicht, dass der Mensch nach Selbstverwirklichung, Wachstum und Gesundheit strebt, in diesem Streben jedoch gehindert sein kann; daher ist in der Gesprächspsychotherapie (GT) dafür zu sorgen, dass der Klient sich frei entfalten kann. Die GT nach Rogers ist keine Technik, sondern eine Grundhaltung. Nur wenn der Therapeut "echt" ist, kann der Klient in einer angstfreien Atmosphäre des gemeinsamen Gesprächs seine Gedanken und Gefühle formulieren und reflektieren und so letztlich seine Einstellung und seine Verhaltensweisen verändern.
- Gestalttherapie: Psychotherapie, die die Erkenntnisse der Gestaltpsychologie nutzbar gemacht hat. Bedeutsame Vertreter und Entwickler der Gestalttherapie waren Frederick Salomon "Fritz" Perls, Lore Perls und Paul Goodman. Die Gestalttherapie sieht in psychischen Störungen eine Unterbrechung von natürlichen Wachstumsprozessen. Die Therapiearbeit besteht daher in dem Finden von Bedingungen, unter denen wieder natürliches Wachstum und Entwicklung möglich ist.
- GP: Gecoachte Person (auch Coaching-Nehmer, Klient Gecoacher, Coachee).
- Gruppen-Coaching: Coaching-Variante, bei der mehrere Klienten gecoacht werden. Dabei fallen unter den Oberbegriff des Gruppen-Coachings auch die Varianten Team-Coaching bzw. System-Coaching und Projekt-Coaching. Die Gruppengröße übersteigt bei Gruppen-Coaching i.d.R. nicht die Anzahl von 15 Personen.
- GT: s. Gesprächspsychotherapie.
- Hypnose: Zustand gerichteter Aufmerksamkeit; in der tiefen Hypnose durch folgende Merkmale gekennzeichnet: Verminderung der Eigeninitiative, gesteigerte Zuwendung auf den Hypnotisierer, verringerter Realitätsbezug bzgl. Raum- und Zeitdimensionen, gesteigerte Beeinflussbarkeit, Bereitschaft, unübliche Rollen anzunehmen sowie Gedächtnisschwund nach der Hypnose (posthypnotische Amnesie), vorwiegend sofern diese Erinnerungslücke suggeriert wurde.
- Individualpsychologie: [1] Teilgebiet der Psychologie (auch "Individuelle Psychologie"), das die Unterschiede zwischen Individuen bzgl. verschiedener Merkmale erforscht.
- [2] Von Alfred Adler begründete psychotherapeutische Richtung, die die unteilbare Einheit und Einzigartigkeit eines jeden Menschen hervorhebt. Zentrale Konzepte der Individualpsychologie (IP) sind Minderwertigkeitsgefühle und Geltungsstreben sowie Lebensstil und Lebensplan. Ziel der IP ist das Erreichen eines angstreduzierenden Gemeinschaftsgefühls bei gleichzeitiger Berücksichtigung der individuellen, psychischen Strukturen.
- Interdependenz: Wechselseitige Abhängigkeit.
- Intervision: Gemeinsamer Austausch von Wissen und Erfahrung in einer Gruppe von gleichrangigen Personen.
- IP: s. Individualpsychologie.
- Kognitiv: Die Erkenntnis betreffend, erkennend.
- Kongruenz: Echtheit, auch bekannt als "Selbstkongruenz", "Selbstaufrichtigkeit" oder "Stimmigkeit". Kongruenz setzt in der Humanistischen Psychologie eine gereifte Persönlichkeit voraus, welche sich nicht hinter einer Rolle oder Fassade verstecken muss, sondern sich wahrhaftig in eine Situation einbringen kann. Kongruentes Verhalten zeichnet sich z.B. dadurch aus, dass verbale Äußerungen mit Gestik, Mimik, Tonfall usw. übereinstimmen. Im Coaching-Prozess ist die Kongruenz von Klient und Coach von zentraler Bedeutung: Erst kongruentes Verhalten von beiden Seiten ermöglicht Vertrauen und Transparenz als Ausgangspunkte für eine tragfähige Beratungsbeziehung.
- Kultur: Erlerntes Orientierungs- und Ordnungssystem von Werten und kulturellen Praktiken, das von Angehörigen einer bestimmten Gruppe oder Gesellschaft kollektiv geteilt, gelebt und tradiert wird, und sie von Angehörigen anderer Gruppen und Gesellschaften unterscheidet.
- Kulturelle Dimension: Variable bzw. Kategorie, die in bestimmter Kombination auftretende gesellschaftliche Phänomene beschreibt. Kulturelle Dimensionen eignen sich zur vergleichenden Darstellung und Charakterisierung kultureller Systeme.
- Lernstil: Bevorzugte und übliche individuelle Art und Weise einer Person, Informationen und Gefühle zu verarbeiten und sie in Wissen und Handeln umzusetzen.
- Linien-Coach: s. Vorgesetzten-Coaching.
- Logotherapie: Von Viktor E. Frankl entwickelte, sinnorientierte Psychotherapie. Grundannahme der Logotherapie (Frankl verwendete als alternative Bezeichnung auch den Begriff der "Existenzanalyse") ist, dass der Mensch sein Leben in einen Sinnzusammenhang bringen möchte. Gelingt dies nicht, kommt es zu (psychischen) Erkrankungen (z.B. Neurosen, Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen). Ziel der Logotherapie ist daher, Menschen zu helfen, einen Sinn im Leben zu finden und in der Folge gesunden zu können. Eine bekannte Methode der Logotherapie ist z.B. die "Paradoxe Intention" (s.u.).
- MA: Mitarbeiter.
- Machtdistanz: Der erwartete und von den weniger mächtigen Mitgliedern einer Organisation akzeptierte Umfang ungleicher Machtverteilung.
- Machteingriff: Vom Vorgesetzten ausgeführte Maßnahme zur Eindämmung von gefährlich eskalierenden Konflikten. Machteingriffe können bis zur völligen Verhaltenskontrolle durch verhaltensregulierende Maßnahmen reichen und sind wegen ihres negativen Einflusses auf die Beziehungen daher nur dann sinnvoll, wenn andere Bemühungen des Konfliktmanagements gescheitert sind.
- Mediation: Form der außergerichtlichen Vermittlung in Konflikten. Dabei versuchen die beteiligten Konfliktparteien mit Unterstützung eines oder mehrerer Mediatoren, einvernehmlich eine gemeinsame und tragfähige Lösung des Konflikts zu entwickeln. Wichtige Merkmale des Mediationsverfahrens sind die freiwillige Teilnahme aller, eine zukunftsorientierte Sichtweise, die Übernahme von Verantwortung und Selbstbestimmung durch die Konfliktparteien, das Eingehen auf Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten und die Allparteilichkeit der Mediatoren.
- Meister-Coaching: Coaching-Variante, die sich speziell an die Zielgruppe der Meister und Schichtleiter richtet. Hauptsächlich wird in dieser noch seltenen Variante des Coachings die Zielgruppe in der Form von Einzel-Coaching beraten.
- Mentoring: Innerbetriebliche Form der Mitarbeiterbetreuung. Als Mentor fungieren meist ältere Organisationsmitglieder, die im Vergleich zu ihrem Schützling höher positioniert sind und bereits längere Zeit für die Organisation arbeiten. Ziele des Mentoring sind die rasche und problemlose Einführung neuer Mitarbeiter in eine Organisation, um mit den Gegebenheiten der Organisation und deren Kultur vertraut zu machen und mögliche Anfangsprobleme gering zu halten. Zudem kann das Mentoring auch als langfristige, innerbetriebliche Karriereberatung fungieren und dient - durch die Bindung des Mitarbeiters an die Organisation - der Reduzierung der Fluktuationsrate.
- Meta-Ebene: Übergeordnete Position, von der aus Situationen, Verhaltensweisen, Erlebenszustände, Wertungen uvm. mit Abstand betrachtet und analysiert werden können. Durch die Verlagerung der Position auf die Meta-Ebene kann z.B. persönliche Betroffenheit reduziert oder Betriebsblindheit offenbar werden. Daher ist eine Analyse von der Meta-Ebene aus auch ein Standardverfahren der selbstkritischen Reflexion.
- Mobbing: Systematische und gezielte Schikanen, die wiederholt und über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden. Dabei werden einzelne Personen meist von kleineren Gruppen gemobbt. Durch den prozesshaften Ablauf haben die Opfer in fortgeschrittenen Phasen geringe Aussichten, das Mobbing ohne Hilfe zu unterbinden.
- Neurolinguistisches Programmieren: Kommunikationsmodell, das von Richard Bandler und John Grinder in den 70er Jahren in den USA entwickelt wurde. Die Interventionsmethoden des Neurolinguistischen Programmierens (NLP) wurden aus den Vorgehensweisen populärer Vertreter therapeutischer Ansätze entwickelt. Dazu wurde des Verhalten von Milton H. Erickson (Hypnotherapie), Virginia Satir (Familientherapie), Frederick S. Perls (Gestalttherapie) und Gregory Bateson (systemische Ansätze) von Bandler und Grinder analysiert. Ergebnis war das Kommunikationsmodell des NLP, das das erfolgreiche Verhalten der analysierten Therapeuten durch beobachtbare Muster verständlich und somit für andere Personen nachvollziehbar und nutzbar machen soll. NLP wird bis heute u.a. von Robert Dilts (USA) und Thies Stahl (Deutschland) weiterentwickelt.
- Neutralität: Unabhängigkeit des Beraters von Zielen jenseits der im Coaching mit dem Klienten klar definierten Absichten. Als Beratung dient das Coaching nicht zur Beeinflussung des Klienten zum Nutzen Dritter oder zum Nutzen des Coachs.
- NLP: Neurolinguistisches Programmieren.
- OE: s. Organisationsentwicklung.
- Online-Coaching: s. Tele-Coaching.
- Organisationsentwicklung: Gewollt herbeigeführte und systematisch geplante Veränderung von Organisationsstrukturen, -abläufen (Prozessen) und -beziehungen. Organisationsentwicklung (OE) bedeutet einen umfassenden und langfristig ausgerichteten Wandel. Ziel der OE ist die Verbesserung der Effektivität bei Problemlösungen und der Zielereichung.
- Paradoxe Intention: Von Viktor E. Frankl (s. Logotherapie) entwickelte Interventionstechnik zur Behandlung von Angst- und Zwangsneurosen. Im Rahmen der paradoxen Intention wird der Patient vorzugsweise humorvoll angewiesen, seine am meisten gefürchteten Symptome herbeizuwünschen bzw. selbst in die Tat umzusetzen. Die paradoxe Intention wird als "Symptomverschreibung" auch in anderen Therapien (z.B. Verhaltenstherapie, Familientherapie) eingesetzt.
- PE: s. Personalentwicklung.
- Personalentwicklung: Aufbau, Erhalt oder Wiederherstellung eines leistungsfähigen Personals durch Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Die Personalentwicklung (PE) orientiert sich zur Vermittlung einer stellenbezogenen Qualifikation an der Stellenbeschreibung. Ziel ist eine Deckung des Personalbedarfs durch Qualifikation bzw. die Angleichung der Fähigkeits- und Anforderungsprofile. Daneben leistet die PE wesentliche Beiträge zur Motivation der Mitarbeiter.
- Projekt-Coaching: Coaching-Variante, bei der ein Projekt-Team gecoacht wird. Das Projekt-Team besteht dabei i.d.R. aus Personen mehrerer Abteilungen und Hierarchieebenen, die zeitlich begrenzt und nur für eine spezielle Aufgabe stark leistungs- und zielorientiert zusammenarbeiten. Projekt-Coaching ist eine Unterform des Team-Coachings.
- Prozessberatung: Beratende Unterstützung eines Klienten in dem Vorhaben, seine Aufgabenkomplexe eigenständig zu bewältigen. Der Berater liefert hier keine direkten Lösungsvorschläge, sondern begleitet den Klienten in dem Prozess und regt dabei an, wie eigene Lösungen entwickelt werden können und welche Faktoren dabei zu berücksichtigen sind. Die Verantwortung für die Aufgabenbewältigung verbleibt daher beim Klienten. Eine Form der Prozessberatung ist z.B. das Coaching.
- Psychoanalyse: Von Sigmund Freud begründete Lehre der Dynamik des (unbewussten) Seelenlebens bzw. die auf diesen Annahmen basierende Methode zur Behandlung psychischer Krankheiten. Durch Methoden wie z.B. freie Assoziation, Traumdeutung, Übertragung und Gegenübertragung soll es den Patienten ermöglicht werden, ins Unbewusste verdrängte Erlebnisse wieder bewusst zu machen und durchzuarbeiten. Dadurch soll eine Kartharsis - eine "Reinigung" der Seele - erreicht werden. Psychoanalytisch orientierte Therapien können einen Zeitraum von mehreren Jahren umfassen.
- Psychodrama: Von Jakob Levy Moreno entwickelte Methode der Gruppentherapie, in der Probleme, Konflikte und traumatische Erlebnisse in Form eines Schauspiels dargestellt werden. Der Klient wird zum Hauptdarsteller, der zwischen den als Bezugspersonen fungierenden Mitspielern ("Hilfs-Ichs") agiert und seine Probleme szenisch aufarbeitet. Der Therapeut wird zum Regisseur und leitet das weitgehend improvisierte Schauspiel. Durch die Arbeit in verteilten und vertauschten Rollen und das Verändern von Szenen werden Situationen und Erlebnisse so wiederholt und schauspielerisch dargestellt, dass sich neue Handlungsmöglichkeiten ergeben können.
- Psychoynthese: Von Roberto Assagioli entwickeltes Modell zur Entwicklung des menschlichen Potenzials und der "Selbst-Verwirklichung". Die Psychosynthese geht davon aus, dass der Mensch aus vielen Rollen und Verhaltensmustern besteht ("Teilpersönlichkeiten") und zielt darauf, die verschiedenen Anteile zu erkunden und zu einem Ganzen zusammenzufassen. Die Psychosynthese nutzt die Methoden anderer therapeutischer Schulen und psychologischer Modelle (u.a. Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie, Logotherapie), aber auch Visualisierungen, freie Assoziationen, Meditation oder freies Malen.
- Psychotherapie: Sammelbezeichnung für die Behandlungsmethoden der klinischen Psychologie. Ziel der Methoden ist eine Hilfestellung bei der Bewältigung oder Heilung von psychischen Erkrankungen. Der Begriff "Psychotherapie" wurde ursprünglich von Freud entwickelt und bezeichnete die therapeutische Arbeit der Psychoanalyse.
- Qualität: Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt (DIN EN ISO 9000:2000).
- Qualitätskontrolle: s. Evaluation.
- Rapport: Durch gegenseitige Anerkennung und Vertrauen gekennzeichnete Beziehung zwischen mindestens zwei Personen. Als Kennzeichen eines guten Rapports kann die stabile Tragfähigkeit einer Beziehung angesehen werden. Rapport kann somit als notwendige Grundlage einer Beratungsbeziehung angesehen werden.
- Rational-Emotive Therapie: Von Albert Ellis entwickelte Therapieform, die neurotische Erkrankungung auf dysfunktionale Glaubenssätze ("Ich darf nicht..."; "Ich muss..."; "Immer wenn ich...") und somit falsche Interpretationen von Umweltereignissen zurückführt. Die Rational-Emotive Therapie (RET) geht davon aus, dass mit der Identifikation dieser dysfunktionalen Glaubensätze und einer anschließenden Einstellungsänderung eine Gesundung möglich ist.
- Reflexion: Prüfendes und vergleichendes Nachdenken. Im engeren Sinn das "Zurückbeugen" des Denkens als (kritisches) Denken des Gedachten.
- Reframing: Umdeutung des Verhaltens oder Erlebens. Durch ein Reframing werden festgefahrene Muster in einen anderen Rahmen gesetzt, der neue Sichtweisen ermöglicht. Im NLP versteht man unter Reframing diverse Veränderungsstrategien, denen als Grundmuster eine Umdeutung gleich ist. Das Reframing geht von der Grundannahme aus, dass Erfahrungen von dem Zusammenhang (dem Rahmen) abhängig sind, in dem man sie sieht. Wird dieser Rahmen umgedeutet, so verändert sich auch die Erfahrung. Ziel ist es meist, für ein Verhalten oder Erleben einen nützlichen Rahmen zu finden.
- Relativismus: Die Fähigkeit und Bereitschaft, Verhaltensweisen, Auffassungen, Gedankenmodelle und Werte anderer Personen, Gruppen und Gesellschaften als genauso vernünftig zu erachten, wie die eigenen.
- RET: s. Rational-Emotive Therapie.
- Rückmeldung: s. Feedback.
- Selbst-Coaching: Beratung ohne Hilfe von außen. Selbst-Coaching dient der selbstgesteuerten Kompetenzverbesserung durch entsprechende Lernmethoden. Die Fähigkeit zum Selbst-Coaching wird als Ergebnis eines Coachings und als Voraussetzung, um selber zu coachen, angesehen.
- Selbstkongruenz: s. Kongruenz.
- Selbstreflexion: Prüfendes und vergleichendes Nachdenken über sich selbst, das eigene Verhalten und Erleben (s.a. Reflexion).
- Soziale Kompetenz: Fähigkeiten zur effektiven Umsetzung von Zielen und Absichten in sozialen Interaktionen. Typische Kennzeichen sozialer Kompetenz sind Faktoren wie Selbstreflexionsvermögen, Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Kooperationsbereitschaft und Konfliktfähigkeit.
- Stabs-Coaching: Organisationsinternes Coaching durch für diese Aufgabe fest angestellte Stäbe. Diese interne Prozessberatung ergänzt bzw. unterstützt vorhandene Personalentwicklungsmaßnahmen. Stabs-Coaching kann in der Form von Einzel- und von Gruppen-Coaching stattfinden, da die Stabs-Coachs ihrer Tätigkeit meist hauptberuflich nachgehen und entsprechend qualifiziert sind. Stabs-Coaching empfiehlt sich vor allem dann, wenn ein Vorgesetzten-Coaching nicht in Frage kommt und kein externer Berater gewünscht ist. Die Zielgruppe des Stabs-Coachings beschränkt sich i.d.R. auf Organisationsmitglieder, die aus dem mittleren und unteren Management stammen. Die Statushöhe des Stabs-Coachs ist meist nicht für höhere Managementebenen ausreichend.
- Supervision: Emotions- und beziehungsorientierte Beratungsform zur Thematisierung beruflicher Zusammenhänge. Historisch begründet lassen sich bei der Supervision folgende Funktionsbereiche erkennen: Administrative Supervision (Führung, Beratung und Kontrolle durch Vorgesetzte) und Clinical Supervision (psychotherapeutische Supervision und Supervision in der Sozialarbeit).
- Symptomverschreibung: s. Paradoxe Intention.
- System-Coaching: s. Team-Coaching.
- TA: s. Transaktionsanalyse.
- Team-Coaching: Coaching-Variante, bei der eine im beruflichen Funktionszusammenhang stehende Personengruppe in ihrem organisationalen Umfeld gecoacht wird. Ziel ist die effektive Teamentwicklung und Verbesserung von Kommunikation, Motivation und Kooperation. Team-Coaching ist eine Unterform des Gruppen-Coachings und wird oft durch Einzel-Coaching für die Team-Mitglieder ergänzt.
- Tele-Coaching: Coaching via Telefon, Fax und Internetdiensten (hauptsächlich E-Mail, Diskussionsforum und Chat). Während die Nutzung dieser Medien zunächst nur als Ergänzung zum persönlichen Beratungsgespräch diente, bieten mittlerweile einige Berater entsprechende Dienstleistungen nur auf diesen Wegen an.
- Themenzentrierte Interaktion: Modell und Gestaltungsmethode zum Arbeiten und Lernen in Gruppen. Die Themenzentrierte Interaktion (TZI) wurde 1955 von Ruth C. Cohn begründet und in den USA und Europa weiterentwickelt. Das Modell der TZI strebt ein Gleichgewicht der Faktoren "Thema/Aufgabe", "Person" und "Gruppe" an (in Form eines Dreiecks dargestellt), die von dem Umfeld (einem Kreis) umgeben sind. Grundüberlegung ist, dass in Gruppen immer sachlich-fachliche, individuelle, zwischenmenschliche und die Bedingungen der Umwelt gleichermaßen berücksichtigt werden sollten.
- Transaktionsanalyse: Theorie der menschlichen Persönlichkeit und eine Richtung der Gesprächspsychotherapie. Die Transaktionsanalyse (TA) wurde in den 60er Jahren von Eric Berne entwickelt und verbindet tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Konzepte mit den Ideen der Humanistischen Psychologie. Populäre Konzepte der TA sind deren drei Ich-Zustände (das Eltern-Ich, das Erwachsenen-Ich und das Kindheits-Ich und deren Interaktionen), das Lebensskript (Aufarbeitung, wie Kindheitserfahrungen das spätere Erleben und Verhalten beeinflussen) und eine Kommunikationstheorie.
- TZI: s. Themenzentrierte Interaktion.
- Verhaltenstherapie: Psychotherapeutische Verfahrensweisen, die auf der Annahme basieren, dass psychische Störungen erlernt sind und wieder verlernt bzw. verändert werden können. Bekannte Methoden der Verhaltenstherapie (VT) sind die Konditionierung, Lernen am Modell, systematische Desensibilisierung, Flooding uvm.
- Vorgesetzten-Coaching: Coaching von Mitarbeiter durch ihren (meist direkten) Vorgesetzten (zuweilen auch "Linien-Coach" genannt). Auf Grund der - schon aus Zeitgründen - eingeschränkten Möglichkeiten des Vorgesetzten, als Coach zu fungieren, beschränkt sich diese Form der Beratung meist auf fachbezogene Inhalte. (Weitere Dokumente zum Coaching durch den Vorgesetzten finden sich im Coaching-Magazin.)

